Wie das Verständnis der vier Komponenten der Liebe Beziehungen verändert und warum psychologische Kenntnisse notwendig sind

Heutige Forscher stellen zunehmend fest, dass die Qualität romantischer Beziehungen nicht durch einen einzigen Faktor bestimmt wird, sondern durch ein Netz von miteinander verbundenen Variablen.

Die Analyse, die an einer Stichprobe von mehr als achthundert Personen durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass die Zufriedenheit mit der Beziehung direkt mit der Zuverlässigkeit der Bindung, dem Grad des Vertrauens, der sexuellen Zufriedenheit und vor allem mit dem Gefühl der Gegenseitigkeit korreliert, berichtet der Korrespondent von .

Das bedeutet, dass die Liebe keine Einsamkeit zu zweit duldet: Wenn einer investiert und der andere nur ausnutzt, scheitert das System unweigerlich. Interessanterweise erwiesen sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede in diesen Netzwerkverbindungen als minimal: Männer und Frauen sind in Beziehungen viel enger miteinander verbunden, als man gemeinhin annimmt.

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Beide brauchen Sicherheit, Respekt und die Möglichkeit, sich selbst zu sein, ohne Angst vor Verurteilung oder Verrat. Eifersucht, geringes Selbstwertgefühl und vermeidende Bindungen wirken wie Sand in einer Maschine: Sie töten die Liebe nicht sofort, aber sie nutzen die Zahnräder allmählich ab, bis die Maschine starr wird.

Eine andere Studie, die an der Higher School of Economics durchgeführt wurde, ergab eine nicht lineare Beziehung zwischen persönlicher Reife und Beziehungszufriedenheit. Es stellte sich heraus, dass nicht die „fortgeschrittensten“ oder infantilsten Menschen das höchste Glück in einer Partnerschaft erleben, sondern diejenigen, die sich auf einem durchschnittlichen Reifegrad befinden.

Sie sind diejenigen, die in der Lage sind, Leidenschaft mit Verantwortung zu verbinden, ohne ihre Authentizität zu verlieren und ohne ihren Partner zu einem Projekt für ihre eigene Entwicklung zu machen. Es gibt optimale Reifegrade für Leidenschaft, Intimität und Bindung – die drei Komponenten von Sternbergs berühmter Dreieckstheorie der Liebe.

Ein niedriges Niveau der persönlichen Entwicklung macht die Leidenschaft zur primären, fast einzigen Triebfeder der Beziehung und führt zu Instabilität. Ein hohes Niveau hingegen ermöglicht den Aufbau tiefer, bewusster Bindungen, in denen Zärtlichkeit, Respekt und gemeinsame Zukunftspläne ihren Platz haben.

Psychologische Kompetenz in Beziehungen ist nicht die Fähigkeit, einen Partner zu diagnostizieren oder eine Sammlung von Manipulationstechniken. Es ist die Fähigkeit, hinter Konflikten Bedürfnisse, hinter Beleidigungen Schmerzen und hinter dem Schweigen Ängste zu erkennen.

Es ist die Einsicht, dass Liebe nicht vom Himmel fällt und eine fertige Lösung für alle Probleme ist, sondern jeden Tag von zwei lebenden Menschen aufgebaut wird, die das Recht haben, Fehler zu machen, müde zu sein und schlechte Laune zu haben.

Und je mehr wir darüber wissen, wie diese Mechanismen funktionieren, desto weniger Angst haben wir vor Unvollkommenheit – vor unserer eigenen und der anderer – und desto mehr schätzen wir das Wunder, dass wir doch auserwählt sind.

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