Warum Ihr Hund heult, wenn Sie gehen: kein Protest, sondern ein uralter Hilferuf

Sobald Sie Ihre Schlüssel in die Hand nehmen, fängt Ihr Hund an, ein wehmütiges Lied zu heulen, das den Nachbarn die Haare zu Berge stehen lässt.

Sie denken, dass er Sie manipuliert oder einfach nur gelangweilt ist, berichtet der -Korrespondent.

Das Heulen ist eine uralte Kommunikationsform, die Hunde von Wölfen geerbt haben, und wenn Sie weggehen, bedeutet es etwas viel Ernsteres als nur „Ich bin traurig“.

In freier Wildbahn dient das Heulen dazu, das Rudel zu versammeln, um Artgenossen, die sich verirrt haben oder zurückgeblieben sind, den eigenen Standort zu markieren. Wenn Sie weggehen, heult Ihr Hund, weil sein Rudel (Sie) weggeht und er den Kontakt zu Ihnen verliert. Heulen ist ein Schrei: „Ich bin hier! Wo bist du? Komm zurück! Ich weiß nicht, wo du bist und wann du kommst, ich habe allein Angst“.

Besonders akut ist dies bei Hunden mit Trennungsangst. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Widerwillen gegen das Alleinsein, sondern um eine Panikattacke, die durch die Trennung vom Objekt der Zuneigung ausgelöst wird. Heulen ist in diesem Fall eines der Symptome, ebenso wie Wohnungszerstörung, Urinieren und Fluchtversuche. Es handelt sich nicht um ein Ärgernis, sondern um einen klinischen Zustand, der korrigiert werden muss.

Interessanterweise heulen Hunde nicht mit jeder Stimme. Die Forschung zeigt, dass das Heulen eine bestimmte Frequenz und Modulation hat, die die Effizienz der Ausbreitung über große Entfernungen maximiert. Ihr Hund macht nicht einfach nur Geräusche, er versucht, Sie mit einem natürlichen akustischen Instrument zu erreichen, das in Tausenden von Jahren der Evolution geschliffen wurde.

Manche Hunde heulen als Reaktion auf bestimmte Geräusche: Sirenen, Musik, ein weinendes Baby. Das nennt man reflexives Heulen. Sie hören ein ähnliches Geräusch wie ihre Artgenossen und reagieren instinktiv darauf. Es hat nichts damit zu tun, dass Sie weggehen, aber wenn das Heulen mit Ihrer Abwesenheit zusammenfällt, kann das Bild unscharf werden.

Was sollten Sie tun, wenn das Heulen zu einem Problem geworden ist? Schließen Sie erstens medizinische Gründe aus: Schmerzen oder Unwohlsein können die Angst verstärken. Zweitens sollten Sie sich allmählich an das Alleinsein gewöhnen. Gehen Sie zunächst für eine Sekunde, dann für eine Minute weg und steigern Sie die Zeit allmählich, und kommen Sie immer zurück, wenn der Hund ruhig ist.

Puzzlespielzeug mit Leckerlis, das Sie beim Verlassen des Raums zurücklassen können, hilft dem Gehirn, von Panik auf Problemlösung umzuschalten. Ihr Geruch an einem alten T-Shirt, das in der Nähe liegt, wirkt ebenfalls beruhigend. In schweren Fällen können Pheromonzerstäuber oder Medikamente helfen, aber nur, wenn sie von einem Tierarzt verschrieben werden.

Denken Sie daran, dass das Heulen keine Strafe für Sie ist oder ein Versuch, sich mit Ihren Nachbarn anzulegen. Es ist der Schrei eines Lebewesens, für das Sie das Zentrum des Universums sind und dessen Verschwinden eine Katastrophe bedeutet. Behandeln Sie es mit Verständnis und Geduld, und Ihr Hund wird nach und nach lernen zu glauben, dass Sie immer zurückkommen, auch wenn seine uralten Instinkte etwas anderes sagen.

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