Jeder hat schon einmal in seinem Leben ein unwiderstehliches Verlangen nach Chips, Schokoriegeln oder einem Burger verspürt, selbst wenn er satt war.
Wir geben uns selbst die Schuld an dieser Schwäche und schieben sie auf mangelnde Willenskraft oder verdorbene Essgewohnheiten, berichtet der Korrespondent von .
Aber nur wenige Menschen denken darüber nach, dass dieses Verlangen vielleicht kein moralischer Fehler ist, sondern ein klar definierter chemischer Prozess, den die Lebensmittelhersteller für ihre Zwecke zu nutzen gelernt haben. Die Lebensmittelindustrie wendet seit langem mit Erfolg die Wissenschaft an, um Lebensmittel so attraktiv und vor allem süchtig machend wie möglich zu machen.
Die Rede ist vom so genannten „Bliss Point“ – der perfekten Kombination aus Salz, Zucker und Fett, die unser Gehirn in den Wahnsinn treibt. Diese Mischung wirkt auf die gleichen Rezeptoren wie einige narkotisierende Substanzen und löst die Freisetzung von Dopamin und den Wunsch aus, die Erfahrung immer wieder zu wiederholen.
Professor Ashley Gearhardt von der University of Michigan führte eine groß angelegte Studie durch, deren Ergebnisse viele Menschen schockierten. Es stellte sich heraus, dass ultra-verarbeitete Lebensmittel wirklich süchtig machen, mit Symptomen, die einem Entzug ähneln: Reizbarkeit, Angstzustände, ein zwanghaftes Verlangen, dieses bestimmte Produkt zu essen und nicht etwas anderes
Ganz oben auf der Liste stehen nicht selbst gebackene Kuchen, sondern verarbeitete Lebensmittel: Pizza, Schokolade, Chips, Kekse und Limonaden. Eine besondere Rolle bei dieser Abhängigkeit spielt Salz, das in industriellem Maßstab buchstäblich allem zugesetzt wird, auch süßen Backwaren.
Salz verstärkt den Geschmack, kaschiert Mängel in den Rohstoffen und erzeugt vor allem Durst, so dass man gezwungen ist, mehr Getränke zu kaufen. Außerdem blockiert es die natürlichen Sättigungssignale, so dass wir eine ganze Packung Chips essen können, ohne es überhaupt zu merken.
Wir denken oft, dass es um unsere Liebe zu leckeren Dingen geht, aber das Problem liegt viel tiefer. Die Hersteller geben Millionen aus, um sicherzustellen, dass die Beschaffenheit des Produkts perfekt ist: Ein Chips sollte auf der Zunge zergehen und ein Schokoriegel sollte schön knusprig sein.
Lebensmittel, die nicht gekaut werden müssen und schnell verschwinden, verleiten das Gehirn dazu, nicht rechtzeitig ein Sättigungssignal zu senden. Ich kenne das Gefühl, wenn man nach dem Mittagessen ein kleines Päckchen mit etwas Salzigem öffnet, „nur um sich etwas zu gönnen“, und zehn Minuten später feststellt, dass das Päckchen weg ist und das Hungergefühl nicht verschwunden ist.
Das liegt nicht an mangelnder Erziehung, sondern an der Biochemie: Die Mischung aus Fett und Salz hat die Rezeptoren blockiert, und das Gehirn verlangt nach mehr und ignoriert dabei die tatsächliche Kalorienzahl. Was kann man dagegen tun?
Bewusstheit ist der erste Schritt zur Freiheit. Hören Sie auf, sich selbst die Schuld zu geben, und beginnen Sie, die Etiketten zu lesen: Wenn ein Produkt mehr als fünf Inhaltsstoffe hat und die Hälfte davon Ihnen nicht bekannt ist, handelt es sich wahrscheinlich um eine Lebensmitteldroge.
Ersetzen Sie es durch etwas, das von der Natur geschaffen wurde, und Sie werden überrascht sein, wie schnell dieses zwanghafte Verlangen nachlässt, wenn Ihr Körper merkt, dass er nicht mehr von chemischen Aromen getäuscht wird.
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