Warum Eifersucht Beziehungen schneller zerstört als Ehebruch und wie man zwischen SOS-Signal und kontrollierender Gewohnheit unterscheidet

Früher dachten wir, dass der Hauptfeind der Liebe der oder die Rivalen sind, aber das wahre Feuer im Haus wird oft von demjenigen geschürt, der „Haltet den Dieb“ schreit.

Forscher der Staatlichen Universität für Pädagogik haben herausgefunden, dass der größte Beitrag zur destruktiven Eifersucht nicht durch reale Gründe geleistet wird, sondern durch die Tendenz, Probleme nicht anzusprechen und eine ängstliche Art der Bindung, die in der Kindheit gebildet wurde, berichtet der Korrespondent von .

Der Mensch reagiert nicht auf eine Bedrohung – er erzeugt sie selbst, um endlich die Bestätigung zu erhalten, dass er geliebt wird, und sei es durch Geschrei und Skandal. Das Paradoxe ist, dass es eine gesunde Eifersucht gibt, und wir brauchen sie als Signalsystem, das uns warnt: Deine Beziehung ist wirklich in Gefahr.

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Dieses Gefühl wird zu einer roten Fahne, wenn der Partner sich wirklich versteckt, verschwindet, nicht mehr in die Beziehung investiert. Aber pathologische Eifersucht hat nichts mit der Realität zu tun – sie nährt sich von Phantomschmerzen, Spekulationen und Szenarien, die der Eifersüchtige selbst schreibt, indem er den geliebten Menschen zum Hauptbösewicht dieses Thrillers macht.

Die Psychologin Ksenia Akhmedova unterstreicht: Die Kontrolle über den Partner und die totale Überwachung tragen nur zu Spannungen bei, nicht zu Sicherheit. Der eifersüchtige Mann glaubt fälschlicherweise, dass er durch die Kontrolle des Telefons und das Verbot der Kommunikation mit Kollegen die Liebe vor dem Untergang bewahrt.

In Wirklichkeit verhält er sich wie ein Seemann, der, anstatt das Wasser aus dem Laderaum zu pumpen, Löcher in den Boden bohrt, um herauszufinden, woher das Leck kommt. Hinter einer solchen Eifersucht steht fast immer ein geringes Selbstwertgefühl und das Gefühl: „Ich bin nicht würdig, ich werde verlassen werden“.

Die Person projiziert ihre eigene Unsicherheit auf ihren Partner und sucht unbewusst nach einer Bestätigung ihrer Ängste. Und wie in einer selbsterfüllenden Prophezeiung findet er sie unweigerlich: Wo es keine Untreue gibt, wird er Koketterie sehen; wo es Müdigkeit gibt, wird er Gefühlskälte sehen.

Besonders quälend ist die retrospektive Eifersucht, wenn der Partner mit Fragen über die Ex angreift und fordert, den Schatten des anderen aus dem Gedächtnis zu löschen. Dies ist ein Kampf mit Geistern, der nicht gewonnen werden kann, denn die Vergangenheit kann nicht umgeschrieben werden, so wie man auch nicht beweisen kann, dass der geliebte Mensch kein Leben hatte, bevor man ihn traf.

Diese Eifersucht verwandelt die Gegenwart in ein endloses Verhör mit Vorurteilen, bei dem ein Schuldspruch schon im Voraus feststeht. In einem Punkt sind sich die Experten einig: Wer aufhören will, eifersüchtig zu sein, muss aufhören, seinen Wert an der Aufmerksamkeit anderer zu messen.

Das ist Arbeit am eigenen Selbstwertgefühl, die mit einer einfachen Frage beginnt: „Wovor habe ich wirklich Angst?“.

Meinen Partner zu verlieren oder mit mir selbst allein zu sein? Die Wahrheit zu erfahren oder die Illusion der totalen Kontrolle zu verlieren? Die Antworten liegen oft nicht im Schlafzimmer des Rivalen, sondern in der Praxis des Therapeuten.

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