Wie kochendes Wasser im Frühjahr Johannisbeeren zum Erwachen verhilft und Nierenmilben ohne Chemie vernichtet

Jedes Frühjahr schauten wir sehnsüchtig auf die Johannisbeersträucher, deren Knospen zum Teil erbsengroß anschwollen und an Miniatur-Kohlsprossen erinnerten.

Erfahrene Datscha-Gärtner meinten, es handele sich um eine Knospenmilbe, und rieten, die Knospen von Hand auszurupfen oder sie mit Gift zu besprühen, berichtet der -Korrespondent.

Aber einmal stieß ich in einer alten Zeitschrift „Hauswirtschaft“ auf die Methode meines Großvaters, die mir absurd erschien: Im zeitigen Frühjahr, wenn der Schnee noch nicht geschmolzen ist, muss man die Sträucher mit steilem, kochendem Wasser gießen. Die Nachbarn drehten Däumchen und sagten, ich würde die Wurzeln abkochen, aber ich beschloss, es zu versuchen.

Ich kochte einen großen Eimer Wasser, goss es in eine Gießkanne mit Sprühkopf und übergoss mit schnellen Bewegungen die kahlen Johannisbeerzweige, wobei ich versuchte, das Wasser nicht unter die Wurzel zu gießen. Das Wasser floss auf die bereits leicht abgekühlten Zweige, etwa 80 Grad, und der Kontakt erfolgte sofort, so dass die Rinde keine Zeit hatte, sich zu verbrennen.

Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: Die geschwollenen Knospen, in denen die Milben überwinterten, drückten gegen die Zweige und öffneten sich nicht mehr, während die gesunden Knospen weiterwuchsen, als wäre nichts geschehen. Das heiße Wasser tötete die Schädlinge ab, ohne die Pflanze zu schädigen, und es mussten keine Chemikalien eingesetzt werden.

Außerdem wachten die Johannisbeeren nach einer solchen Umstellung früher auf als sonst, die Blätter waren groß und saftig, und die Beeren in diesem Jahr so zahlreich, dass sich die Zweige bis zum Boden bogen. Wir erkannten, dass es sich nicht nur um eine Milbenbekämpfung handelte, sondern um ein starkes Wachstumsstimulans und eine Vorbeugung gegen den Echten Mehltau.

Diese Prozedur sollte unbedingt durchgeführt werden, bevor sich die Knospen öffnen, während der Strauch noch schläft, sonst kann man die jungen Blätter verbrennen. Das Wasser sollte exakt kochendes Wasser sein, das in der Gießkanne auf die richtige Temperatur abkühlt – das ist eine Art Kunst, die sich aber mit Erfahrung schnell einstellt.

Jetzt gibt es im Garten keine Probleme mehr mit der Nierenmilbe, und ich habe auf Insektizide an Beerenpflanzen verzichtet. Meine Nachbarn haben meine Erfahrung übernommen, und jedes Frühjahr veranstalten wir gemeinsame „heiße“ Aktionen, bewaffnet mit Wasserkochern und Gießkannen.

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