Was passiert, wenn man sich zu viel bewegt: eine überraschende Erkenntnis der Wissenschaftler

Von Kindesbeinen an wird uns beigebracht, dass Sport Gesundheit pur ist und je mehr, desto besser.

Wir schauen gebannt auf diejenigen, die stundenlang im Fitnessstudio verbringen und träumen insgeheim davon, genauso ausdauernd und motiviert zu werden, so der -Korrespondent.

Es scheint, als ob wir uns durch stundenlanges tägliches Training ein Ticket für ein langes und glückliches Leben kaufen. Doch wie immer ist die Realität komplizierter und interessanter als diese linearen Vorstellungen.

Eine groß angelegte Studie finnischer Wissenschaftler, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte, hat die Vorstellung von körperlicher Aktivität auf den Kopf gestellt. Bei der Beobachtung einer großen Gruppe von Zwillingen, die vor 1958 geboren wurden, kamen die Experten zu dem Schluss, dass der Zusammenhang zwischen Bewegung und Lebenserwartung U-förmig ist.

Das bedeutet, dass sowohl der völlige Verzicht auf Sport als auch dessen Übermaß gleichermaßen schädlich für unseren Körper sind. Die Teilnehmer des Experiments wurden je nach Grad ihrer körperlichen Aktivität in Gruppen eingeteilt: von sitzend bis sehr aktiv.

Die Ergebnisse zeigten, dass diejenigen, die mäßig aktiv waren, biologisch jünger waren als ihre Altersgenossen. Diejenigen, die sich stark bewegten, waren jedoch zur Überraschung aller im Durchschnitt 1,2 Jahre älter als diejenigen, die ein ruhiges und gemäßigtes Tempo bevorzugten.

Es stellt sich heraus, dass eine ständige Überanstrengung des Körpers zu einem beschleunigten Verschleiß der Systeme führt. Wir empfinden Sport als Stress, und in kleinen Dosen wirkt er tatsächlich verjüngend und straffend und setzt Anpassungsmechanismen in Gang.

Wenn der Stress jedoch chronisch wird, sind die Ressourcen des Körpers erschöpft, was sich direkt auf die Zellebene auswirkt und den Alterungsprozess beschleunigt. Gleichzeitig machten die Wissenschaftler eine weitere wichtige Beobachtung: Die Einhaltung der WHO-Empfehlungen zur körperlichen Betätigung senkt nicht die Sterblichkeit und hat keinen Einfluss auf genetische Krankheiten.

Außerdem wurde kein signifikanter Unterschied in der Sterblichkeit zwischen Zwillingspaaren festgestellt, von denen eines 15 Jahre lang Sport getrieben hat und das andere nicht. Dies deutet darauf hin, dass vielleicht die anfängliche Gesundheit den Menschen erlaubt, aktiv zu sein, und nicht umgekehrt.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern, das seine Daten im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht hat, bestätigt, dass 150 bis 300 Minuten moderate Aktivität pro Woche ausreichen, um das Sterberisiko zu senken. Dabei kann es sich einfach um zügiges Gehen, leichtes Joggen oder einen Spaziergang im Park handeln.

Eine Steigerung der Zeit darüber hinaus bringt keinen zusätzlichen Nutzen mehr, der Körper erreicht einfach ein Plateau. Aber schon ein wenig Bewegung wirkt Wunder: Sie senkt den Spiegel des „schlechten“ Cholesterins, reduziert Entzündungen und verlangsamt die Verkürzung der Telomere, die für die Jugendlichkeit der Zellen verantwortlich sind.

Es geht nicht darum, Rekorde aufzustellen, sondern körperliche Aktivität zu einer angenehmen Routine zu machen. Der Ire Richard Morgan begann erst mit 70 Jahren zu trainieren, und als er 90 Jahre alt war, war sein Körper auf dem Niveau eines 30- bis 40-jährigen Mannes, einfach weil er Freude am täglichen Rudern fand.

Vielleicht sollten Sie also aufhören, im Fitnessstudio den Pfunden nachzujagen, und anfangen, auf sich selbst zu hören. Es ist viel gesünder, eine zusätzliche Strecke zu Fuß zu gehen oder mit den Kindern Rad zu fahren, als sich im Fitnessstudio für eine vermeintliche Langlebigkeit zu quälen.

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